Dachpflege im Winter

Reinhold Belamann • 14. Dezember 2025

So schützt und pflegt man das Dach für alle Jahreszeiten

Der Winter stellt das Dach vor große Herausforderungen, denn Schnee, Eis und kalte Temperaturen setzen ihm stark zu. Diese Zeit erfordert besondere Aufmerksamkeit, um das Dach vor Schäden und der Kälte zu schützen. Nur mit sorgfältiger Pflege bleibt das Zuhause auch in den frostigen Monaten sicher und warm.

Der Winter steht vor der Tür – Schutzmaßnahmen für das Dach

Der Winter bringt neben kühlem Wetter auch Schneelasten und Eisbildung mit sich. Ein gut vorbereitetes Dach ist hier der beste Schutz.

Wichtige Maßnahmen:



  • Schneefang installieren: Diese Vorrichtungen verhindern, dass große Schneemassen abrupt vom Dach abrutschen und Schaden anrichten oder Passanten gefährden.
  • Schneeräumung: Regelmäßiges Entfernen von Schnee durch Fachleute sorgt, dass das Dach nicht übermäßig belastet wird. Dabei ist Vorsicht geboten, um die Dachhaut nicht zu beschädigen.
  • Eisschichten vermeiden: Eisschichten können zu gefährlichen Eiszapfen führen, die Dächer, Dachrinnen und Fenster beschädigen. Das Anbringen von Eisschutzmatten oder die Beheizung von problematischen Stellen kann hier Abhilfe schaffen.
  • Isolierung und Wärmedämmung: Eine optimale Dämmung verhindert, dass Tauwasser an kalten Stellen gefriert und Eisschichten entstehen. Das reduziert auch die Gefahr von Frostschäden.
  • Dachrinnen absichern: Besonders bei starkem Schneefall sollte geprüft werden, ob die Rinnen sicher befestigt sind und keine Gefahr des Abbruchs besteht.

Eis und Schnee – die größten Herausforderungen im Winter

Schnee und Eis stellen im Winter die bedeutendsten Belastungen und Gefahren für Dächer dar. Sie können nicht nur die Dachkonstruktion beschädigen, sondern auch Sicherheitsrisiken für Menschen in der Umgebung bergen. Daher ist es essenziell, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um Schäden zu minimieren und die Sicherheit zu gewährleisten.



Gefahren durch Schnee und Eis im Detail:

  • Schneelast

    Wenn sich große Schneemengen auf dem Dach ansammeln, erhöht sich die Belastung erheblich. Besonders bei längeren Schneefällen oder bei Temperaturen, die häufig zwischen Tauwetter und Frost schwanken, kann der Schnee immer wieder schmelzen und gefrieren, was die Last auf dem Dach zusätzlich erhöht. Übermäßige Schneemengen können zu Verformungen, Rissen oder sogar zum Einsturz führen, insbesondere bei älteren oder nicht ausreichend verstärkten Dächern.

  • Eisschichten und Eiszapfen

    Wenn warme Luft im Dachraum oder durch beheizte Räume auf das Dach gelangt, schmilzt der Schnee auf der Oberfläche. Das Wasser läuft nach unten und gefriert an den kältesten Stellen, meist an den Dachkanten oder in den Dachrinnen, wodurch Eisschichten entstehen. Diese können sich zu Eiszapfen entwickeln, die nicht nur optisch störend sind, sondern auch eine Gefahr für Passanten darstellen, wenn sie abbrechen.

  • Verstopfte Dachrinnen und Fallrohre

    Wenn Laub, Schnee und Eis in den Dachrinnen gefrieren, blockieren sie den Wasserabfluss. Das Wasser kann sich im Dach sammeln, was zu Wasserschäden, Fäulnis und Leckagen führt. Zudem erhöht sich durch die Blockaden die Gefahr, dass Wasser überläuft und an Stellen eindringt, wo es Schäden verursachen kann.

  • Gefahr durch Eisschichten

    Eisschichten, die sich in den Dachrinnen oder an den Dachkanten bilden, behindern die Wasserableitung. Das Wasser, das sich im Winter ansammelt, kann in Risse eindringen und dort gefrieren, was die Schäden im Frühjahr verschärft. Besonders bei starker Frostperiode können diese Eisschichten sehr dick werden und die Dach- und Regenrinnenstruktur belasten.

Maßnahmen gegen Schnee und Eis:

  • Regelmäßige Schneeräumung

    Das Entfernen von Schnee sollte möglichst regelmäßig erfolgen, um eine Überlastung der Dachkonstruktion zu verhindern. Idealerweise beauftragt man hierfür Fachfirmen, die mit spezieller Ausrüstung und Erfahrung arbeiten, um Beschädigungen an Dachziegeln, Dachbahn oder anderen Materialien zu vermeiden. Das Schneeräumen sollte vorsichtig erfolgen, um die Dacheindeckung nicht zu zerkratzen oder zu beschädigen.

  • Installation von Schneefangsystemen

    Schneefanggitter oder -netz helfen, große Schneemassen zu kontrollieren und verhindern, dass diese unkontrolliert vom Dach rutschen. Sie sind besonders bei steilen Dächern sinnvoll, um Passanten und Eigentum zu schützen.

  • Eisschutzmaßnahmen

    Auf besonders gefährdeten Stellen, wie Dachrinnen und -kanten, können Eisschutzmatten oder -platten installiert werden. Diese verhindern die Bildung großer Eisschichten und Eiszapfen. Alternativ helfen spezielle Heizkabel, die in die Dachrinnen eingebaut werden, um das Gefrieren zu verhindern.

  • Wärmeisolierung und Belüftung

    Eine gute Dämmung und Dachbelüftung sorgen dafür, dass keine warmen Luftströme im Dachraum eingeschlossen werden. Das vermindert die Bildung von Tauwasser, das beim Abkühlen auf dem Dach gefrieren könnte, und reduziert somit die Gefahr von Eisschichten.

  • Dachrinnen und Fallrohre kontrollieren

    Vor Beginn der Wintermonate sollten alle Wasserabflussanlagen auf ihre Stabilität und Sauberkeit geprüft werden. Bei Bedarf können Heizkabel installiert werden, um das Gefrieren zu verhindern. Zudem sollte regelmäßig entfernt werden, was in den Rinnen gefroren ist.

Dachrinnen und Fallrohre kontrollieren

  • Dachkonstruktion auf Schneelast prüfen

    Ältere Dächer sollten auf ihre Tragfähigkeit geprüft werden, um sicherzustellen, dass sie die anfallende Schneelast sicher tragen können. Bei Bedarf kann eine Verstärkung der Dachkonstruktion erfolgen.

  • Materialwahl bei der Eindeckung

    Dächer aus widerstandsfähigen Materialien, wie Metall, lassen sich leichter von Schnee und Eis reinigen und sind oft robuster gegenüber den Belastungen durch Frost.

Sicherheits-Tipps beim Schneeräumen

  • Arbeiten in luftiger Höhe sollten nur von qualifizierten Fachleuten durchgeführt werden.
  • Bei Eisbildung auf dem Dach ist besondere Vorsicht geboten, um Stürze und Verletzungen zu vermeiden.
  • Das Arbeiten mit geeignetem Equipment, wie Eiskratzer, Schneeschaufeln mit langen Griffen und rutschfeste Schuhe, ist unerlässlich.

Nach dem Winter: Der Frühjahrs-Check

Wenn die Temperaturen wieder steigen und der Schnee schmilzt, ist es an der Zeit, das Dach genau unter die Lupe zu nehmen.

Was zu tun ist:



  • Schäden erkennen: Risse, lose Ziegel oder beschädigte Dachrinnen sollten umgehend repariert werden.
  • Feuchtigkeitsstellen kontrollieren: Wasserflecken oder muffige Gerüche können auf Feuchtigkeitsprobleme hinweisen.
  • Dach auf Frostschäden untersuchen: Besonders bei längeren Frostperioden können Schäden im Dach auftreten, die sich erst nach dem Winter zeigen.
  • Professionelle Inspektion: Ein Fachmann kann versteckte Schäden aufdecken und die nötigen Reparaturen empfehlen, um das Dach für das kommende Jahr vorzubereiten.

Sicherheit geht vor – professionelle Dachinspektion

Das eigene Dach zu inspizieren ist wichtig, aber die Arbeit in luftiger Höhe birgt Risiken. Deshalb ist die Beauftragung eines erfahrenen Dachdeckers die sicherste Lösung. Professionelle Inspektionen erkennen Schäden, bevor sie zu größeren Problemen werden, und sorgen für eine fachgerechte Reparatur.

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