Schimmel im Dach: Ursachen erkennen und Maßnahmen ergreifen

Reinhold Belamann • 30. November 2025

Schimmel im Dach ist mehr als nur ein unschöner Anblick. Es handelt sich um Pilze, die auf feuchten Oberflächen wachsen und in der Regel aus verschiedenen Arten bestehen, wie Aspergillus, Penicillium oder Stachybotrys. Diese Pilze können sich auf Holz, Dämmmaterialien, Dachbalken und sogar auf die Dachhaut ausbreiten.

Das Problem ist: Schimmelsporen sind winzig und können mit der Luft in die Atemwege gelangen. Das führt bei manchen Menschen zu Allergien, Atembeschwerden oder sogar ernsthaften Erkrankungen. Zudem schädigt Schimmel die Bausubstanz, insbesondere Holz, Dämmmaterialien und die Dachkonstruktion. Ohne gezielte Maßnahmen kann die Feuchtigkeit dauerhaft im Dachraum verbleiben, was langfristig zu teuren Reparaturen führt.

Ursachen für Schimmel im Dach

Hinter jedem Schimmelbefall steckt eine komplexe Mischung aus Faktoren, die zusammenwirken:

  • 1. Feuchtigkeitsquellen im Dachraum

    Feuchtigkeit entsteht durch unterschiedliche Quellen: Kochen, Duschen, Wäsche trocknen, Pflanzen oder einfach durch die normale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung. Wenn die Feuchtigkeit nicht richtig abgeführt wird, sammelt sie sich im Dachraum.

  • 2. Unzureichende Belüftung und Luftzirkulation

    Viele Dächer sind so gebaut, dass die Belüftung unzureichend ist. Lüftungsschlitze, Lüftungsgeräte oder einfach die natürliche Luftzirkulation werden oft vernachlässigt. So kann sich Feuchtigkeit im Dachraum stauen und auf kalten Oberflächen kondensieren.

  • 3. Fehlerhafte Dämmung und Isolierung

    Wenn Dämmmaterialien zu dünn oder falsch installiert sind, entstehen kalte Oberflächen, an denen Tauwasser aus der Luft kondensiert. Besonders im Winter ist dies ein häufiges Problem, da die kalten Dachflächen mit warmer, feuchter Luft in Kontakt kommen.

  • 4. Wasserschäden und Leckagen

    Ein undichtes Dach, defekte Dachrinnen oder beschädigte Abdichtungen lassen Wasser eindringen. Dieses Wasser bleibt oft im Dachraum, führt zu erneuter Feuchtigkeitsansammlung und fördert das Schimmelwachstum.

Das Erkennen von Schimmel im Dach

Frühes Erkennen ist entscheidend, um größere Schäden zu vermeiden:

  • Sichtbare Flecken: Schwarze, grüne oder weiße Flecken an den Dachbalken, in Ecken oder auf Dämmmaterialien sind klare Warnzeichen.
  • Geruch: Ein muffiger, modriger Geruch im Dachraum deutet auf Feuchtigkeitsprobleme und Schimmel hin.
  • Feuchtigkeitsmessung: Professionelle Geräte können die Feuchtigkeitswerte in Materialien messen und versteckte Schimmelquellen aufdecken.
  • Veränderte Optik: Abblätternde Farbe, weich gewordene Holzflächen und verfärbte Dämmstoffe sind weitere Anzeichen.

Maßnahmen bei Schimmelbefall im Dach

1. Sofortmaßnahmen

Bei akuten Befällen ist es wichtig, die Luft im Dachraum gut zu belüften – beispielsweise durch das Öffnen von Fenstern und Lüftungsschlitzen. Das Trocknen der betroffenen Flächen durch Ventilatoren oder Heizgeräte kann anschließend helfen, die Feuchtigkeit zu reduzieren.


2. Professionelle Schimmelbeseitigung

Da Schimmelsporen sehr fein sind und sich tief in Materialien ausbreiten können, ist eine fachgerechte Entfernung essenziell. Professionelle Sanierer setzen spezielle Reinigungsmittel, HEPA-Filter und Entfeuchtungsgeräte ein, um alle Sporen zu entfernen.


3. Ursachenbeseitigung

Nur das Entfernen des sichtbaren Schimmels reicht allerdings nicht aus. Um ein erneutes Wachstum zu verhindern, müssen Ursachen behoben werden:

  • Verbesserung der Belüftung: Einbau oder Optimierung von Lüftungssystemen.
  • Dämmung erneuern oder verbessern: Fachgerechte Isolierung, um kalte Flächen zu vermeiden.
  • Dachabdichtung: Reparatur von Leckagen und defekten Dächern.
  • Feuchtigkeitsregulierung: Einsatz von Luftentfeuchtern oder Luftbefeuchtern, um das optimale Feuchtigkeitsniveau zu halten.


4. Präventive Maßnahmen

Die beste Strategie gegen Schimmel ist die Prävention:

  • Richtiges Lüften: Regelmäßiges Stoßlüften, um Feuchtigkeit nach draußen zu transportieren.
  • Heizen: Das Halten einer konstanten Temperatur verhindert kalte Oberflächen.
  • Fachgerechte Dämmung: Vermeidet kalte Flächen, an denen Kondensation entstehen kann.
  • Kontrollgänge: Regelmäßige Inspektionen des Daches auf Anzeichen von Feuchtigkeit oder Beschädigungen.


Wann sind Experten gefragt?

Schimmel im Dach ist kein DIY-Projekt. Die Gefahr ist groß, dass falsche Maßnahmen die Situation verschlimmern oder eine gesundheitliche Gefahr besteht. Fachkundige Dachdecker und Sanierungsspezialisten verfügen über das Know-how, um die Ursachen effektiv zu beseitigen, die Bausubstanz zu schützen und eine nachhaltige Lösung zu schaffen.

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